Verhältnis

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Verhältnis

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Ver|h√§lt|nis [f…õ…źŐĮ'h…õltn…™s], das; -ses, -se:
1. Beziehung, in der sich etwas mit etwas vergleichen lässt oder in der etwas an etwas anderem gemessen wird; Relation:
sie teilten im Verhältnis 2 : 1; der Lohn steht in keinem Verhältnis zur Arbeit (ist zu gering, gemessen an der Arbeit).
Zus.: Größenverhältnis, Kräfteverhältnis, Mischungsverhältnis.
2. persönliche Beziehung, durch die man jmdn., etwas gut kennt:
das Verhältnis zu seiner Mutter ist gestört; in einem freundschaftlichen Verhältnis zu jmdm. stehen; in ein näheres Verhältnis zu jmdm. treten; er hat ein Verhältnis (eine Liebesbeziehung) mit diesem Mädchen.
Syn.: ‚ÜĎ Bezug, ‚ÜĎ Verbindung.
Zus.: Abhängigkeitsverhältnis, Freundschaftsverhältnis, Liebesverhältnis, Vertrauensverhältnis.
3. <Plural> durch die Zeit oder das Milieu geschaffene Umstände, in denen jmd. lebt:
sie ist ein Opfer der politischen Verh√§ltnisse; aus kleinen, gesicherten Verh√§ltnissen kommen; er lebt √ľber seine Verh√§ltnisse (gibt mehr Geld aus, als er sich leisten kann).
Syn.: ‚ÜĎ Bedingungen <Plural>, ‚ÜĎ Gegebenheiten <Plural>, ‚ÜĎ Konstellation <Singular>, ‚ÜĎ Lage <Singular>, ‚ÜĎ Situation <Singular>, ‚ÜĎ Zustand <Singular>.
Zus.: Besitzverhältnisse, Einkommensverhältnisse, Lebensverhältnisse, Vermögensverhältnisse.

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Ver|h√§Ő£lt|nis ‚Ć©n. 11‚Ć™
1. messbare od. vergleichbare Beziehung, Proportion (Größen\Verhältnis)
2. Art der Beziehungen zweier od. mehrerer Menschen od. Staaten zueinander
3. ‚Ć©umg. kurz f√ľr‚Ć™ Liebesverh√§ltnis
4. ‚Ć©umg. a.‚Ć™ Geliebte
5. ‚Ć©Pl.‚Ć™ die \Verh√§ltnisse die Lebensumst√§nde, Umst√§nde, allgemeine Lage
‚óŹ sich den (gegebenen, augenblicklichen) \Verh√§ltnissen anpassen; mit jmdm. ein \Verh√§ltnis haben ‚Ć©umg.‚Ć™; die beiden haben ein \Verh√§ltnis miteinander ‚Ć©umg.‚Ć™; bei ihnen herrschen geordnete \Verh√§ltnisse; sein: sie ist sein \Verh√§ltnis ‚Ć©umg.‚Ć™ ‚óŹ √§rmliche, gute, gesicherte, geordnete, schlechte \Verh√§ltnisse; seine famili√§ren, finanziellen \Verh√§ltnisse; er hat ein festes \Verh√§ltnis ‚Ć©umg.‚Ć™ eine st√§ndige Freundin; freundschaftliches, gutes, herzliches, kameradschaftliches \Verh√§ltnis; die √∂rtlichen, politischen \Verh√§ltnisse ‚óŹ in geordneten, guten usw. \Verh√§ltnissen leben; im \Verh√§ltnis zu ... ‚Ć©umg.‚Ć™ im Vergleich zu ..., verglichen mit ...; die beiden Gruppen stehen im \Verh√§ltnis 5:3; in freundschaftlichem \Verh√§ltnis zu jmdm. stehen; seine Ausgaben stehen in keinem \Verh√§ltnis zu seinen Einnahmen seine A. sind bei weitem h√∂her als seine E.; der Aufwand steht im umgekehrten \Verh√§ltnis zum Erfolg der A. ist viel zu gro√ü f√ľr den erzielten E.; das geht √ľber meine \Verh√§ltnisse ‚Ć©umg.‚Ć™ das kann ich mir finanziell nicht leisten; √ľber seine \Verh√§ltnisse leben mehr Geld verbrauchen, als dem Einkommen angemessen ist; unter normalen \Verh√§ltnissen ist das anders; das \Verh√§ltnis zwischen Deutschland und Frankreich, zwischen Bruder und Schwester ‚óŹ in welchem (verwandtschaftlichen) \Verh√§ltnis stehen Herr X und Frau Y zueinander?

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Ver|h√§Ő£lt|nis: Grundwort in fachspr. Begriffen, die die Zus. von Mischphasen beschreiben (Massen-, Stoffmengen-, Teilchenzahl- u. Volumenverh√§ltnis).

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Ver|h√§Ő£lt|nis , das; -ses, -se [zu ‚ÜĎ 1verhalten (2 a)]:
1. Beziehung, in der sich etw. mit etw. vergleichen l√§sst od. in der etw. an etw. anderem gemessen wird; ‚ÜĎ Relation (1 a):
das entspricht einem V. von drei zu eins, 3 : 1;
im V. zu fr√ľher (verglichen mit fr√ľher) ist sie jetzt viel toleranter;
der Aufwand stand in keinem V. zum Erfolg (war, gemessen an dem erzielten Erfolg, viel zu groß).
2. Art, wie jmd. zu jmdm., etw. steht; persönliche Beziehung:
sein V. zu seinen Eltern war gestört;
es herrscht ein vertrautes V. zwischen uns;
ein gutes, freundschaftliches V. zu jmdm. haben;
sie hat, findet kein [rechtes] V. zur Musik;
zu jmdm. in gespanntem V. stehen.
3.
a) (ugs.) √ľber eine l√§ngere Zeit bestehende intime Beziehung zwischen zwei Menschen; Liebesverh√§ltnis:
ein V. mit jmdm. anfangen, beenden;
mit jmdm. ein V. haben;
die beiden haben ein V. [miteinander];
er unterhielt mit/zu ihr ein V.;
b) jmd., mit dem man ein Verhältnis (3 a) hat:
sie ist sein V.
4. <Pl.> Umst√§nde, √§u√üere Zust√§nde; f√ľr jmdn., etw. bestimmende Gegebenheiten:
bei ihnen herrschen geordnete -se;
sie liebt klare -se;
meine -se (finanziellen Möglichkeiten) erlauben mir solche Ausgaben nicht;
wie sind die akustischen -se in diesem Saal?;
er ist ein Opfer der politischen -se;
in bescheidenen, gesicherten -sen leben;
sie kommt/stammt aus kleinen -sen (aus einfachem, kleinb√ľrgerlichem Milieu);
sie lebt √ľber ihre -se (gibt mehr Geld aus, als es ihre finanzielle Situation eigentlich erlaubt).

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I
Verhältnis,
 
Mathematik: eine Relation zwischen Objekten, z. B. eine Proportion.
 
II
Verhältnis,
 
bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts Bezeichnung f√ľr eine l√§nger dauernde sexuelle Beziehung zwischen zwei nicht miteinander verheirateten Personen. Da dies heute eine immer h√§ufigere und zunehmend von der Gesellschaft akzeptierte Lebensform ist (nichteheliche Lebensgemeinschaft), wird die Bezeichnung Verh√§ltnis nur noch f√ľr offiziell nicht tolerierte sexuelle Beziehungen verwendet (z. B. f√ľr eine au√üereheliche). Verh√§ltnis ist dann auch gleichzeitig die Bezeichnung f√ľr die Geliebte/den Geliebten (¬ĽEr ist ihr Verh√§ltnis.¬ę).
 

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Ver|h√§Ő£lt|nis, das; -ses, -se [zu 1‚ÜĎverhalten (2)]: 1. Beziehung, in der sich etw. mit etw. vergleichen l√§sst od. in der etw. an etw. anderem gemessen wird; ‚ÜĎRelation (1 a): das entspricht einem V. von drei zu eins, 3 : 1; im V. zu fr√ľher (verglichen mit fr√ľher) ist sie jetzt viel toleranter; sein Kopf war klein im V. zu seinen breiten Schultern (Baum, Paris 152); der Aufwand stand in keinem V. zum Erfolg (war, gemessen an dem erzielten Erfolg, viel zu gro√ü). 2. Art, wie jmd. zu jmdm., etw. steht; pers√∂nliche Beziehung: sein V. zu seinen Eltern war gest√∂rt; das V. zwischen den Geschwistern ist sehr eng; es herrscht ein vertrautes V. zwischen uns; ein gutes, kameradschaftliches, freundschaftliches, herzliches V. zu jmdm. haben; sie hat, findet kein [rechtes] V. zur Musik; In welchem V. stehen Sie zu dem Inhaftierten? (Bobrowski, M√ľhle 181); √ú ... dass dieses innige V. von Volk und Sprache f√ľr alle Zeiten ein leuchtendes Vorbild bleiben wird (Thie√ü, Reich 403). 3. a) (ugs.) √ľber eine l√§ngere Zeit bestehende intime Beziehung zwischen zwei Menschen; Liebesverh√§ltnis: ein V. mit jmdm. anfangen, beenden; mit jmdm. ein V. haben; die beiden haben ein V. [miteinander]; er unterhielt mit/zu ihr ein V.; Eine Tochter aus diesem V. ... heiratete sp√§ter in die Familie Aquino ein (Stern, Mann 347); √ú vielleicht war es S√ľnde, das Leben zu lieben und kein seri√∂ses V. mit ihm zu haben (Erich K√§stner, Fabian 84); b) jmd., mit dem man ein ‚ÜĎVerh√§ltnis (3 a) hat: sie ist sein V.; Damit Sie sich auskennen: Meine Tochter ist kein schlampiges V. f√ľr einen hergelaufenen Hallodri (K√ľhn, Zeit 343). 4. <Pl.> Umst√§nde, √§u√üere Zust√§nde; f√ľr jmdn., etw. bestimmende Gegebenheiten: bei ihnen herrschen geordnete -se; sie liebt klare -se; meine -se (finanziellen M√∂glichkeiten) erlauben mir solche Ausgaben nicht; wie sind die akustischen -se in diesem Saal?; die gesellschaftlichen -se einer Zeit; das Streben der Gesetzgeber, ... ver√§nderten wirtschaftlichen und sozialen -sen Rechnung zu tragen (Fraenkel, Staat 314); Frieda, die doch mit den hiesigen -sen so vertraut sei (Kafka, Schlo√ü 128); er ist ein Opfer der politischen -se; in bescheidenen, guten, gesicherten -sen leben; sie kommt/stammt aus kleinen -sen (aus einfachem, kleinb√ľrgerlichem Milieu); ... und von der rechten Tischseite begann der Antiquar f√ľr seine -se ungew√∂hnlich schnell und heftig auf mich einzureden (Gregor-Dellin, Traumbuch 92); sie lebt √ľber ihre -se (gibt mehr Geld aus, als es ihre finanzielle Situation eigentlich erlaubt); wenn ein Mensch von seiner Familie weggerissen sei und unter solchen anomalen -sen leben m√ľsse, wie es das Zellendasein mit sich bringe ... (Niekisch, Leben 297).

Universal-Lexikon. 2012.

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